Besuch



Nachdem Alex nach Österreich zog, dauerte es nicht lange, bis er die österreichische Kabarettkultur kennenlernte, die sich von der deutschen in wesentlichen Punkten unterscheidet. Vor allen Dingen Herr Josef Hader und Herr Gunkl haben es ihm angetan, da sie ihre Worte wie Säbel im Kampf gegen eine immer weiter verblödende Welt führen. Voller Begeisterung schwärmte man Alex weiterhin von einem gewissen Alf Poier vor, der beim Europäischen Song Contest 2003 eine riskant anarchistische und zugleich tierfreundliche Darbietung mit seinem Lied "Weil der Mensch zählt" geboten hatte, mit zahlreichen Auszeichnungen gekürt worden war und des öfteren sogar bei Pro 7 aufkreuzte. Als sich Alex das erste Mal mit Herrn Poier befasste, verstand er nur Bahnhof; doch je mehr er sich in die chaotische Kunst dieses Ausnahmekünstlers vertiefte, desto mehr begriff und mochte er ihn. Alex wollte, daß Herr Poier dem Zebra in seiner Musik den Schrecken nimmt. Alf reagierte auf eine Anfrage von Herrn Kaschte äußerst höflich und unkompliziert; man nahm Kontakt miteinander auf, traf sich ein paar Mal gewollt oder ungewollt an interessanten Orten (während den Treffen war Alex sehr aufgeregt und konnte kaum sprechen), schenkte sich gegenseitig T-Shirts, und schließlich war die Sache im Kasten. Und da Alf eigentlich nur sehr wenig Zeit besitzt und in der Nacht vor dem Studioaufenthalt kaum geschlafen hat, sprechen wir ihm an dieser Stelle noch einmal ganz laut unseren tiefsten Dank aus.

  
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